Watch Dogs - Review Fazit Xbox360

Review Xbox360-Version von Juppi

Mich hatte Watch Dogs bereits in der ersten Stunde voll erwischt. Bei der überraschenden Präsentation auf der E3 2012 hat mich das Video von den Füßen gehauen. Die Vermutung, dass Ubisoft mit Watch Dogs den nächsten großen Wurf landen würde war groß. Gelungen ist es, wenn auch mit Abstrichen.

Grafik

Die Grafik der Version für die Xbox360 muss sich nicht hinter Titeln wie AC IV:Black Flag, Sleeping Dogs oder GTA V verstecken. Natürlich kann sie nicht mit Auflösung, Detailtiefe und weiteren Effekten aufwarten, die bei der Next-Gen-Konsole von Microsoft vorhanden sind, das muss sie aber auch nicht. Im Regen über Chicago wirkt die Stadt noch ein wenig schöner und leider kommen wir damit auch schon zu den Mankos.
Einige Male ist es mir passiert, dass plötzlich ein Regenschirm in der Luft stand. Eine eigentlich beendete Nebenmission wurde nicht als abgeschlossen erkannt, was Chicago zu einer Geisterstadt werden ließ. Ab und zu lässt sich außerdem ein leichtes Flackern am Bildrand bemerken, woraus das sich ergibt ist mir allerdings gänzlich unklar.

Story

Mit der Story bin ich persönlich sehr gut zufrieden, wenn mir auch lautstarke Gegenstimmen bekannt sind. Die Geschichte ist sehr schön überlegt, wenn auch leider nicht immer einwandfrei erzählt. Teilweise wirken die Charaktere etwas zu stumpf und unpersönlich. Die Diskussion über Snowden & die NSA sehe ich absolut unkritisch, da das Spiel nicht in erster Linie als Kritik gedacht oder darauf ausgelegt war. Dass der Augenblick natürlich nicht hätte passender sein können und eine Kritik angebracht wäre steht außer Frage, ob dieseallerdings durch Ubisoft erfolgen muss - ich denke nicht. Das Hacken ist ein schönes Mittel, leider allerdings nicht immer der einfachste Weg und somit bleibt es teilweise beim Cowboy der Neuzeit, schade.

Gameplay & Steuerung

Die Steuerung geht nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sehr leicht von der Hand und erinnert in Grundzügen an eine Mischung aus Splinter Cell und Assassin's Creed. Aiden reagiert fast immer schnell und gut, einzige Ausnahme sind Fahrzeuge die zu nah beieinander stehen. Die Steuerung in Automobilen beziehungsweise auf Motorrädern ist anfangs sehr gewöhnungsbedürftig. Bei zu hohen Geschwindigkeiten brechen Muscle Cars aus oder beschleunigen einfach mit durchdrehenden Reifen. Von vielen als negative Eigenschaft benannt, für mich eher ein Beitrag für mehr Gefühl von Realität.

Sound

Der Sound spiegelt, so finde ich, das ganze Spiel wider. Durch das geschaffene Ambiente fühlt man sich beinahe so wie in Chicago. Die Geräuschkulisse der jeweiligen Orte passt sich einwandfrei an und der Soundtrack spielt häufig genug die passenden Melodien. Das Radio in den Autos hat leider nur 23 Lieder, die ich als schöne und zu kleine Auswahl empfinde. In Chicago wirken die NPCs ziemlich authentisch, wenn auch die Sprüche & Konversationen sich irgendwann stark wiederholen und in der deutschen Synchro der eine oder andere englische Dialog versehentlich einzieht.

Fazit

Mein Fazit stellt sich leider nicht so positiv, wie ich nach der ersten Präsentation erwartet hätte. Ob mir Watch Dogs Spaß bereitet hat und es noch immer tut? Absolut! Die Szenerie und die vielen Kleinigkeiten, die es zu entdecken gibt sind großartig und machen Spaß. Beim nächsten Teil würde ich mir eine längere Story natürlich wünschen, doch bin ich in vorab auf die Erweiterung (DLC mit T-Bone) sehr gespannt. Ich gehe davon aus, dass wir noch diverse Städte hacken werden und / oder mit weiteren Charkteren die Stadt unsicher machen dürfen.

Positiv:

  • Angenehme Größe der Spielwelt

  • Eingängiger Skill-Tree

  • Sympathische Mitstreiter

  • Eine Menge Missionen und Nebenmissionen

  • Langer Spielspaß

Negativ:

  • Partielle Grafikfehler

  • Langer SpielspaßLadezeiten sind recht lang

  • Kleine Songauswahl

    Wertung:
    Grafik: 94%
    Gameplay: 90%
    Story: 86%
    Sound: 86%

    Gesamtwertung: 89%

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